Auflösung

Die Antifa Sauerland gibt es nicht mehr. Die Gründe für unsere Auflösung sind intern zu suchen. Ab jetzt werden keine Emails mehr gelesen.

Wir möchten auf uns bekannte Gruppen im Sauerland verweisen, die noch aktiv sind:

Gruppe IKIS – http://gruppeikis.blogsport.de/
LA Network – http://www.la-network.de.ki/
Bunte Alternative Olpe – http://buntealternative-olpe.blogspot.com/ (Wir distanzieren uns allerdings von den vertretenen Positionen dieser Gruppe und verlinken sie nur der Vollständigkeit halber)

Neue Gruppe im Sauerland aktiv

Seit einiger Zeit gibt es im Sauerland eine neue und aktive Gruppe: die Gruppe IKIS.

Um neuen Gerüchten vorzubeugen beziehungsweise mit bereits bestehenden Gerüchten abzurechnen, wollen wir hier ein paar Worte zu dieser neuen Gruppe verlieren. Es handelt sich keineswegs um eine Abspaltung oder gar um eine „verfeindete“ Gruppe, sondern wir stehen mit den GenossInnen in regem Austausch und arbeiten bei gegebenen Anlässen auch mit ihnen zusammen.

Auf jeden Fall wünschen wir unseren GenossInnen der Gruppe IKIS viel Erfolg bei ihrer weiteren Arbeit.

Antifa Sauerland

Homepage der Gruppe IKIS: http://gruppeikis.blogsport.de/

Antirassistische Demonstration in Neuss

Den sexistischen und rassistischen Normalzustand brechen!

There’s no difference! Staatlichen Rassismus bekämpfen!

No border! No nation!

Antirassistische Demonstration am 29.November 2008 in Neuss
14:00 Uhr/Marienkirchplatz (Hauptausgang Hbf Neuss)

Aufruf: klick!

Naziaufmarsch in Bochum verhindern!

Wir rufen dazu auf den Naziaufmarsch in Bochum am 25. Oktober 2008 zu verhindern! Eine Infoseite gibts hier: klick!

Weiterhin rufen wir zur Teilnahme an der Vorabenddemo am 24. Oktober 2008 in Bochum auf:

Aufruf zur Vorabend-Demo am 24. Oktober 2008 in Bochum
19 Uhr, Bochum Hbf

21. Jahrhundert, überall: Der Siegeszug des Kapitalismus scheint umfassend zu sein. Auch wenn die Sowjetunion trotz anderslautenden Anspruchs fast von Beginn an nichts mit Kommunismus zu tun hatte, wird ihr Niedergang als endgültiges Scheitern desselben interpretiert. Der sympathische Teil der radikalen Linken hält zwar an der Idee einer besseren Gesellschaft fest, wie diese erreicht werden soll weiß jedoch niemand. Angesichts der allseits behaupteten Unmöglichkeit des Kommunismus verfängt auch dieser Teil sich in mehr oder weniger realpolitischen Ein-Punkt-Bewegungen. Lediglich regressive Elemente (derzeit weltpolitisch in gefährlicherem Maße der Islamismus, in geringerem die Nazis) stellen die herrschende Weltordnung noch in Frage. Anstatt des Fortschrittsgedankens der Aufklärung, der durch postmoderne Beliebigkeit verdrängt wurde, steht, wenn überhaupt, der Rückfall in die Barbarei auf der Tagesordnung.

kompletter Aufruf

06.09.2008 – Naziaufmarsch in Dortmund verhindern!

Gegen Antisemitismus, Antiamerikanismus und Rassismus – Den Naziaufmarsch stoppen!

let’s rock them hard! (1)

Am 06. September 2008 blasen die Dortmunder Neonazis, allen voran die „Autonomen Nationalisten“ um Dennis Giemsch, bereits zum vierten Mal anlässlich des Antikriegstages zum Marsch „gegen imperialistische Kriegstreiberei und Aggressionskriege“. Ihnen gehört nicht nur, anknüpfend an die erfolgreiche antifaschistische Gegenwehr vom 01. Mai 2007 in Dortmund, gehörig in die Suppe gespuckt, sondern es gilt, gegen die nicht nur von Neonazis vertretenen, altbekannten antiliberalen, antiamerikanischen und antisemitischen Parolen Position zu beziehen.

Am 01. Mai diesen Jahres lieferten sich, sich selbst als „Autonome Nationalisten“ bezeichnende, Neonazis in Hamburg Auseinandersetzungen mit der Polizei und Gegendemonstrant_innen und machten dabei Jagd auf Journalist_innen. In der Szene als Erfolg gefeiert, ist zu erwarten, dass ein Aufmarsch im, als Hochburg der „Autonomen Nationalisten“ geltenden, Ruhrgebiet, für viele Neonazis attraktiv sein wird. Wir werden dem unseren geballten antifaschistischen Widerstand entgegen stellen! Anfang September muss deshalb alles dafür getan werden, dass die Neonazis keine weiteren gefühlten Erfolge verbuchen können!

same shit as every year…

Die Neonazis versuchen ihren plumpen Antiamerikanismus und Antisemitismus erneut notdürftig als einen rebellisch anmutenden Antiimperialismus zu tarnen. Man kann über die militarisierte Außenpolitik der USA zwar in der Tat geteilter Meinung sein, doch wenn Neonazis gegen „imperialistische Kriegstreiberei und Aggressionskriege“ demonstrieren, ist das in Anbetracht der nationalsozialistischen Verbrechen und Kriege erstens mehr als nur absurd. Zweitens sind derartige Äußerungen wohl eher dem ideologischen Beißreflex des Antiamerikanismus geschuldet, der seine Antikriegsrhetorik auf die Vereinigten Staaten und Israel reduziert, so als ob alle anderen Staaten ein Hort des Friedens seien. Es handelt sich hierbei nicht um eine Kritik der tatsächlich problematischen weltpolitischen Situation, sondern um das Ergebnis einer ideologischen Welterklärung. Denn der Antiamerikanismus will einen bestimmten Nationalstaat (die USA) für das Elend verantwortlich machen, das der Kapitalismus als gesamtgesellschaftliches – und weltweites – Verhältnis anrichtet.

Deutsche Neonazis und das islamistische Paradies…

Wenn sich dann im Aufruf der Dortmunder Neonazis auch noch positiv auf das islamistische Terrorregime im Iran bezogen wird, kann man sich gut vorstellen, was sich die hiesigen Kamerad_innen unter einer „besseren, gerechteren und friedlicheren Zukunft“ so vorstellen. Die systematische Verfolgung von Kurd_innen, religiösen Minderheiten wie den Bahai sowie die Hinrichtungen von Homosexuellen und die ständigen Repressionen gegen Apostat_innen und Frauen, die sich dem islamischen Tugendterror nicht unterwerfen wollen, sind ebenso Wesenselemente dieses Regimes, wie die regelmäßigen Vernichtungsdrohungen gegenüber Israel und die Leugnung der Shoah.
Da Jüdinnen und Juden also noch immer und immer wieder von antisemitischen Diskriminierungen, Verfolgungen und Liquidationssehnsüchten bedroht sind, kann das für uns als Antifaschist_innen folglich nur bedeuten, sich offensiv gegen Antisemitismus und dessen geopolitische Reproduktion, den Antizionismus, auszusprechen und Solidarität mit Israel zu fordern und auch zu praktizieren!
Denn das Ziel des iranischen Regimes ist eine formierte Gesellschaft, in der auf individuelle Freiheit und ökonomischen Wohlstand bereitwillig verzichtet werden soll, um dem Ziel der Einigung der islamischen Umma und der Vernichtung des jüdischen Staates zu dienen. Bereits heute feuert der Iran – indirekt – seine Raketen auf Israel, indem er die islamistischen Mörderbanden wie Hisbollah und Hamas finanziert und unterstützt. Gleichzeitig werden Langstreckenraketen getestet, die über eine Reichweite verfügen, mit der sowohl US-Basen in der Region als auch Israel erreicht werden können.

Deutscher Burgfrieden? …oder der antiamerikanische Alleskleber!

Es geht nicht darum, generell Menschen zu diskreditieren, die sich für Frieden einsetzen, aber wenn das bedeutet, dass man sich im Zuge einer bedingungslosen Friedensliebe mit antisemitischen „Volksbefreiungsbewegungen“ wie der Hamas und anderen islamistischen Terrorist_innen solidarisiert oder den „kritischen Dialog“ sucht, muss auch in diesen Fällen politisch interveniert werden. Einerseits wird gegen Atombomben in Deutschland demonstriert, andererseits wird dem iranischen Regime eben dieses „Recht“ implizit eingeräumt. Wenn sich dann mit und unter deutscher Flagge ein von der breiten Zivilgesellschaft getragener staatsloyaler Protest gegen den Irakkrieg formiert, von Leuten, die zuvor kein Wort darüber verloren haben, dass Deutschland nun auch „am Hindukusch verteidigt“ wird, dann wird offenbar, dass hier versucht wird, die deutsche Herrschaft als die einer vermeintlichen Friedensmacht zu legitimieren und glorifizieren.
Wenn diese „Nationalpazifist_innen“ dann auch noch Joschka Fischer und Gerhard Schröder zu friedensliebenden Ikonen stilisieren und mit ihren vereinten Durchhalte-Parolen Deutschland als letzte pazifistische Bastion gegen die „amerikanischen Kriegstreiber“ abfeiern, während eben diese beiden Politiker noch 1999 kräftig die Zerbombung Rest-Jugoslawiens anregten, dann wird schnell ersichtlich, dass es diesen Leuten nicht um das Übel Krieg an sich geht, sondern nur um die Kriege Amerikas, die offenbar mit einem anderen moralischen Maßstab gemessen werden. Einerseits gehen deswegen Millionen Deutsche auf die Straße, andererseits führen die Bürgerkriegszustände in einigen afrikanischen Staaten, die Todesopfer in Kashmir, Sri Lanka und Kolumbien keineswegs zu organisierten Protesten, eben weil weder Amerikaner_innen noch Jüd_innen involviert sind. So darf man sich dann auch nicht wundern, wenn sich Neonazis als „wahre Kriegsgegner“ präsentieren und mit ihrer Forderung „Keine Waffen für Israel!“, beim Ostermarsch mitdemonstrieren wollen.

Nichts zu verlieren?

Die bürgerliche Gesellschaft ist sicherlich keine heile Welt, doch sind universelle Menschenrechte kein amüsantes Hobby für realitätsferne Moralisten, sind Rede- und Pressefreiheit kein Luxus und sind das Recht auf Selbstbestimmung sowie die Gewaltenteilung keine Wunschvorstellungen, sondern (vorerst) erstrebenswerte und zu verteidigende Errungenschaften, die einen Mindeststandard gewährleisten um Emanzipation überhaupt denken zu können.
Der völkische Irrweg von „gewachsenen Völkern, Kulturen und Nationen“ und die widerliche Dystopie der Volksgemeinschaft dienen den Neonazis dabei als Gegenkonzept. Dass diese derart negative Aufhebung des Bestehenden keine fortschrittliche Alternative darstellt, ist schon fast überflüssig zu erwähnen. Allerdings, und das wollen wir gerade auch an diesem Tag ganz besonders hervorheben, kann es eben nicht nur darum gehen „gegen Nazis“ zu sein und ihnen den Tag zu vermiesen. Eine ernstzunehmende Antifaschistische Aktion muss stattdessen weitergehen und eigene Inhalte vermitteln.

Deutschland denken heißt…

Am Antikriegstag also, wo mehr und mehr die US-amerikanische Außenpolitik in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt wird und nicht mehr wie ursprünglich gedacht die deutsche Raserei; in einem Land mit dieser spezifischen Geschichte, griffe folglich eine Kritik zu kurz, die sich nur über die scheinpazifistische Umdeutung durch die Neonazis echauffiert und nicht etwa die Deutschen mit ihrer Schlussstrichdebatte attackiert, welche zielgerichtet aus der deutschen Schuld eine „deutsche Verantwortung“ phantasieren, um militärisch wieder aufrüsten zu können, nicht trotz, sondern gerade wegen Auschwitz. Früher haben die Deutschen der Welt den Krieg erklärt, heute erklären sie ihr eben den Frieden.

Der ungeschickte und hilflose Umgang einiger identitätspolitischer und bewegungsorienter Linker mit der Tatsache, dass Neonazis bestimmte traditionell linke Themenkomplexe zu okkupieren versuchen, offenbart ein grundsätzliches Problem. Anstatt die Gründe hierfür in den inhaltlich verkürzten eigenen Positionen zu suchen, unterstellt man den Neonazis aufgrund eigener Ideenlosigkeit perfide Strategien zur Unterwanderung der Linken zu verfolgen. Deshalb reicht es mitnichten, sich nur den verkümmerten Haufen durchgeknallter Neonazis anzugucken, wenn gleichzeitig der latent aggressive Rassismus in einigen deutschen Städten gar zum Volkssport mutiert und antisemitische und antiamerikanische Ressentiments auch in der Mitte der Gesellschaft weit verbreitet sind. Ergo müssen sich reflektierte und dezidiert kritische Gesellschaftsanalysen auch überhaupt erst keine Gedanken darüber machen, irgendwann von den Neonazis vereinnahmt zu werden. Deshalb ist es wichtig, dass linksradikale Kritik und Praxis endlich die nötigen Konsequenzen zieht.

consequently means…

So kann es folglich heute nicht nur darum gehen, den Naziaufmarsch in ein Desaster zu verwandeln, sondern es müssen endlich politische Grundvoraussetzungen geschaffen und akzeptiert werden, die über den bloßen Massenansatz, „gegen Nazis“ zu sein, hinausgehen und eigene emanzipatorische Ansprüche und theoretische Erkenntnisse viel stärker gewichten. Somit ist eine Zusammenarbeit mit Antizionist_innen, Antisemit_innen und Antiamerikanist_innen absolut nicht tragbar und derartige Personen haben auf antifaschistischen Demonstrationen nichts verloren!

Volksfront gegen Rechts, im postnazistischen Deutschland?

Der so genannte „Aufstand der Anständigen“ beschränkt sich meist nur auf symbolische Akte gegen zu auffälligen Rassismus und Antisemitismus, denen man – zumindest in der Form – nicht so ganz zustimmen kann. Folglich ist in Deutschland so gut wie jede_r gegen Nazis. Doch der „ansonsten intakten Gesellschaft“ sind diese „Auswüchse“ ungefähr so fremd wie der Krake die Arme. Man will den Standort Deutschland nicht gefährden und fürchtet Imageeinbußen und so organisiert man Volksfeste „gegen Rechts“ mit Bier und Bratwurst und ab und an sogar Lichterketten und andere Irrlichter. Mit welcher atemberaubenden Geschwindigkeit dabei ein „neues“ Gemeinschaftsgefühl entsteht, verdeutlicht, wie schnell der deutsche Selbstfindungsprozess von statten geht und das völkische oder das nationale Verlangen nach einer neuen deutschen Identität des „geläuterten Deutschlands“ durchgesetzt wird. Natürlich ist jeder effektive Protest, der darauf abzielt den Naziaufmarsch zu stören oder zu verhindern, begrüßenswert, doch mit Bier und Bratwurst, fernab vom eigentlichen Geschehen, konnte bisher noch kein Naziaufmarsch gestoppt worden.

let’s rock them hard! (2)

Es ist nach wie vor inakzeptabel, dass Neonazis durch Dortmund und auch sonst wo, ungehindert marschieren können und gut geschützt von Justiz und Polizei, ihre antisemitische und rassistische Propaganda verbreiten dürfen. Wir werden dem nicht tatenlos zusehen und auch dieses mal wieder dafür Sorgen, dass dieses neonazistische Spektakel nicht störungsfrei über die Bühne geht. Denn es ist eine Schmähung von all jenen potentiellen und tatsächlichen Opfern von neonazistischer Gewalt, die sich zu Recht durch eine derart unbekümmerte Umgangsweise mit den Neonazis, angegriffen fühlen. Folglich gilt es den Kamerad_innen eine gewaltige Abreibung zu verpassen und zugleich emanzipative Standards linksradikaler Theorie und Praxis endlich durchzusetzen!

Deshalb kommt zur antifaschistischen Demonstration:
06.09.2008 / 10:00 h / Dortmund / Hauptbahnhof (Vorplatz)

Gegen Antisemitismus, Antiamerikanismus und deutsche Verhältnisse!
Den Naziaufmarsch stoppen!

Mehr Infos: Antifaschistische Union Dortmund

Nachhilfe für Olsberger Nazis

In Olsberg waren vor einigen Tagen vermehrt von Nazis publizierte Texte geklebt worden und wir wollen euch das nicht vorenthalten.

Zunächst einmal der Text (zum Vergrößern anklicken):

Bemerkenswert sind die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler, sowie die teils etwas komischen Formulierungen aber was will mensch auch anderes von Nazis erwarten. Die Dummheit der Faschisten gipfelt dann darin, dass sie auf die Internetseite www.widerstand.de verweisen. Es handelt sich hierbei nicht um das bekannte Naziportal widerstand.info, sondern um den Blog eines antiimperealistischen Kreuzbergers.

Nun wollen wir noch kurz auf den Inhalt eingehen:

Auch wir kennen eure Namen, Adressen und Gesichter – nehmt euch in Acht, wir behalten euch im Auge!

Weiteres gibt es dazu nicht zu sagen und wir haben diesem Zettel bereits mehr Aufmerksamkeit als eigentlich notwendig geschenkt.

Naziaufmarsch in Bonn verhindern!

Die Antifa Bonn/Rhein-Sieg ruft zur Blockade der Nazidemo am 12. Juli in Bonn-Duisdorf auf.

Nazifreie Zone Bonn Innenstadt…

In den 90er Jahren wurden Auseinandersetzungen mit Nazis konsequent für die Antifa entschieden. Das Bonner Stadtbild blieb seitdem weitestgehend frei von offen extrem rechts positionierten Personen und Gruppen. Migrant_innen und Linke können sich hier weitgehend frei bewegen und mussten lange weder mit rechten Pöbeleien noch mit übergriffen rechnen.
Führende Neonazikader, wie der Bonner Norbert Weidner von der mittlerweile verbotenen FAP, haben sich in intellektuell anmutende Burschenschaften zurückgezogen. Anstatt in gefährlicher Körperverletzung zu enden, wird ihre Gewaltbereitschaft heute in den Schmiss für den Kommilitonen kanalisiert.

Naziaktivitäten in Bonn

Im Herbst 1998 wurde vor dem Hintergrund der Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944″ letztmals in Bonn eine Demonstration von Rechtsextremen angemeldet. Ein breites Bündnis konnte damals die Nazis stoppen kurz bevor sie den alten jüdischen Friedhof erreichten und wurde dann von der Polizei brutal angegriffen und eingekesselt.
Seitdem ist es ruhig geworden im Bonner Stadtbild. Irgendwann gab es die vom Neonazi Trimborn geführte und von seinesgleichen besuchte Kneipe „Formel 1″ am Bertha-von-Suttner-Platz. Doch durch konsequenten Steinschlag stiegen die Versicherungskosten so enorm an, dass das wenig frequentierte Lokal schließen musste. Heute befindet sich dort ein florierender Dönerladen. Eins zu Null für uns.
Heißt das etwa, das Bonn aufgrund seiner vergleichsweise geringen Neonazidichte ein fortschrittliches Pflaster ist, das sich wohltuend vom Rest der BRD abhebt?
Mitnichten, denn auch in Bonn findet sich alltäglicher sowie struktureller Rassismus, sei es in Form banaler Vorurteile, indirekter bis offen ausgesprochener Diskriminierung oder der permanenten Anwendung des so genannten Asylbewerberleistungsgesetzes.

Denk ich an Deutschland…

Das seit einiger Zeit propagierte ostentativ unverkrampfte Verhältnis zur vermeintlich eigenen Nation ist Ausdruck eines transformierten Nationalbewusstseins, das selbst gar nicht mehr so genannt werden möchte. Im Jahr 2008 muss mensch eben nicht mehr zum Brandsatz greifen, wenn er oder sie etwas gegen „Ausländer“ hat, da die deutsche Asylpolitik in Zusammenarbeit mit der gesamteuropäischen Abschottung bereits dafür sorgt, dass Asylsuchende erst gar nicht hierher gelangen. Du bist Deutschland und du bist gegen Nazis bilden auch längst keine Widersprüche mehr. Dass offen zur Schau gestelltes Neonazitum ein negativer Standortfaktor ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen.
Wir sind uns des Zwiespalts bewusst, der sich ergibt, wenn wir als Teil eines Bündnisses gegen Neonazis demonstrieren, da wir dann den Vorwurf der Mithilfe bei der deutschen Imagebereinigung nicht ganz von der Hand weisen können. Nichtsdestotrotz halten wir eine solche Veranstaltung für ein geeignetes Forum für weitergehende Kritik, da es gerade die Nazis sind, die der deutschen Mehrheitsgesellschaft den Spiegel vorhalten, den diese längst zertrümmert wissen will. Am unverbrämten Neona-zismus entzündet sich eine Kritik, die es gilt, auf andere Bereiche Übergreifen zu lassen. Nicht die Unkenntlichmachung von Phänomenen wie Rassismus, der sich nicht mehr als solcher ausgibt und sich stattdessen der Staatsraison entsprechend sogar expilzit antirassitisch präsentiert, ist unser Ziel, sondern die schonungslose Offenlegung der Mechanismen, die in ihm zum Werke kommen. Um ein grundlegendes Problembewusstsein zu schaffen eignen sich Neonazis allemal, da hier auch die gesellschaftlich etablierten Ressentiments und Ausschlusskriterien dermaßen zugespitzt werden, dass sie auch dem- oder derjenigen übel aufstoßen, die oder der sie in der Praxis, wenn auch mit anderem Ausdruck versehen, teilt. Ein Deutschland ohne Nazis würde uns natürlich besser gefallen als eines mit ebensolchen, das zu Grunde liegende Problem Deutschland wäre damit jedoch längst nicht abgewickelt.

Der geplante Aufmarsch… …versuch

Nun ist nach 10 Jahren erstmals wieder eine Nazidemonstration angemeldet worden. Das „Aktionsbüro Mittelrhein“, ein Zusammenschluss extrem rechter, militanter Kleingruppierungen, ruft für den 12. Juli 2008 unter dem Motto „Für Meinungsfreiheit – gegen staatliche Zensur! Zensurbehörden abschalten!“ zur Demo gegen die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn-Duisdorf auf. Mittlerweile mobilisieren auch die NPD NRW, die selbst ernannten „Freien Nationalisten Euskirchen“, diverse Nazi-Internetforen und das „Nationale Infotelefon Rheinland“ (NIT) um die bundesweit bekannten Nazikader Sven Skoda und Christian Malcoci.
Organisator des Aufmarsches ist kein Unbekannter. Der aus Bonn-Duisdorf stammende Hans-Robert Klug meldete schon die bereits erwähnte Demo gegen die so genannte Wehrmachtsausstellung im Jahr 1998 an. Unseren Einschätzungen zufolge ist am 12. Juli mit einer Teilnehmerzahl bis zu 500 Nazis aus Freien Kameradschaften, Autonomen Nationalisten und Parteigebundenen zu rechnen.

Worum gehts?

Für die Nazis ist Musik ein effektives Instrument, um rechtsoffene Jugendliche an die organisierte Naziszene zu binden. Ein viel zitiertes Beispiel hierfür ist die „Schulhof CD“ der NPD. Außerdem liefern geheim organisierte Konzerte den allwochenendlichen Thrill, das Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei für sich zu entscheiden. Es gelingt nur gelegentlich, gegen Neonazi-Konzerte erfolgreich vorzugehen. Eigene CD-Label, Internetversände und nicht zuletzt der finanzielle Gewinn von Rechtsrockkonzerten fließen zu fast 100% wieder zurück in die eigene Szene. Damit hängt die finanzielle Unabhängigkeit einer großen Zahl von Nazifunktionären entscheidend vom Geschäft mit der Musik ab. Durch Indizierungen bleibt der Szene der wirtschaftliche Nutzen vorenthalten. So ist das Vorgehen gegen die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ganz pragmatisch mit finanziellen Interessen zu erklären.
Doch auch wenn wir es schätzen, dass Neonazis finanzielle Einbußen zu verzeichnen haben, heißt das nicht, dass wir im selben Zuge eine Zensurpraxis, wie sie z. B. die Bundesprüfstelle pflegt, gut heißen. Zensur, d.h. die Suspension ungewollter Inhalte, ist ein antipluralistisches Mittel, dessen emanzipatorisches Potenzial äußerst fragwürdig ist. An dieser Stelle muss wohl nicht eingehender thematisiert werden, dass es besonders bei Nazimusik der Reiz des Verbotenen ist, der der oftmals schlecht produzierten Musik in der Szene den nötigen Ruhm beschert und dass die Bundesprüfstelle eben auch Lieder der ganz und gar nicht rechten Band „Die ärzte“ indiziert. Darüber hinaus bleibt es fraglich, ob eine Maßnahme von oben, wie sie die Zensurpraxis darstellt zu einem wirklichen Umdenken führen kann. Doch genau das ist der erklärte Anspruch einer Institution wie der Bundesprüfstelle. In dieser Hinsicht muss die Einrichtung, nicht zuletzt in Zeiten des privaten CD-Brenners und des Internets, als Feigenblatt gewertet werden.
Ganz grundsätzlich stellt sich die Frage, ob eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Absonderungen von Neonazis lohnt oder ob diese nicht von vornherein als diskussionsunwürdig ausscheiden. Letztere Umgangsweise ist in vielen Fällen geboten, zumal einem Wahn mit rationaler Argumentation ohnehin nicht beizukommen ist. Ohnehin halten wir nichts davon, Nazis und die von ihnen vertretenen Positionen aufzuwerten, indem wir uns „auf Augenhöhe“ mit ihnen befassen. Letztlich charakterisiert sich Nazipropaganda vor allem durch exzessive Beliebigkeit und die Tatsache, dass sich Neonazis erdreisten, im 75. Jahr der Bücherverbrennung gegen Zensur demonstrieren zu wollen, entbehrt nicht eines gewissen Zynismus. Also nehmen wir schlicht ihre Anmaßung, sich trotz allem im öffentlichen Raum artikulieren zu wollen zum Anlass, ihnen einen eindeutigen Platzverweis zu erteilen.

Fight back – stand up!

In Bonn hat sich ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Institutionen und linksradikalen Gruppen unter dem Motto „Kein Fußbreit den Faschisten“ gegen den geplanten Aufmarsch…versuch formiert. Wir sagen ganz klar: den Nazis entschlossen entgegen treten. In Zeiten technisch hochgerüsteter Polizeieinsätze kann eine effektive Verhinderung nur durch eine hohe Zahl an Teilnehmenden gelingen. Daher unterstützen wir die geplante Blockade des Bündnisses, in dem es viel Platz für die unterschiedlichsten Protestformen geben wird. Die Demonstration der Nazis soll von Anfang an scheitern. Wenn ihr auch eine_n abbekommen wollt: Kommt nach Bonn! Wir haben gelernt zu teilen…

Wir unterstützen die Aktionen gegen den Naziaufmarsch in Bonn und rufen euch dazu auf, nach Bonn zu fahren und den Naziaufmarsch mit allen Mitteln zu verhindern!

Weitere Infos auf: www.bonn-nazifrei.de

Artikel in der WR

In der Westfälischen Rundschau erschien heute folgender Artikel:

„Schmallenberg. In der Neonaziszene sind sie seit vier Jahren Trend: „Autonome Nationalisten”. Um die 30 solche Gruppen und Grüppchen gibt es NRW-weit. Und nicht nur in Großstädten und Ballungsgebieten: Auch im Sauerland organisieren sie sich.

20 Minuten dauert der Spuk. Vermummt mit Halstüchern, Kapuzen, Basecaps und Sonnenbrillen marschieren 20 bis 30 Neonazis samstags durch Schmallenberg, „Nie wieder Israel” und „Nationaler Sozialismus jetzt” grölend. Vor dem Haus eines mutmaßlichen Neonazigegners legt der schwarze Trupp einen Zwischenstopp ein. Auf einem im Internet verbreiteten Video kann er später erfahren, dass er „Namen und Adresse” habe – und darf das durchaus als Drohung verstehen.

Angemeldet war die angebliche „Spontandemonstration” an jenem 17. Mai nicht. Und als die erste Streifenwagenbesatzung auftaucht, verschwinden die Neonazis in alle Himmelsrichtungen. Die örtlichen Rechts-„Autonomen” haben an diesem Tag Unterstützung von außerhalb erhalten. „Gesinnungskameraden” aus den Nachbarkreisen Olpe und Soest sowie aus Unna sind mit von der Partie.

Überraschend ist das nicht: Anfang Mai haben sich Neonazis aus Schmallenberg, Soest, Lippstadt, Holzwickede und Unna zu einer „Aktionsgruppe Ruhr-Lippe” zusammengetan. Ihr im NS-Jargon proklamiertes Ziel: „eine nationalistische und sozialistische Revolution” und eine „Volksgemeinschaft”, die sie „stets revolutionär und antibürgerlich” erreichen wollen. Auf Nebensächlichkeiten wie die Anmeldung von Demonstrationen kann man da verzichten.

Lange Zeit war Schmallenberg fast ein weißer Fleck auf der Landkarte neonazistischer Aktivitäten gewesen. Das änderte sich im vorigen Jahr. Allein für den Zeitraum vom 9. November letzten Jahres bis zum 14. März rechnet der Staatsschutz der Rechtsaußen-Szene dort 29 Vorfälle zu. Das Verteilen von Flugblättern und Flyern gehört dazu, außerdem zahlreiche Farbschmierereien – nicht selten verbunden mit einem Schaden in vierstelliger Höhe. Einem Gastwirt, der es wagte, mit einer Gedenktafel an das Schicksal von Zwangsarbeitern zu erinnern, wurde großflächig „Nestbeschmutzer” an die Hauswand geschmiert.

Die Neonaziaktivitäten sind nicht auf Schmallenberg beschränkt. Gleich nebenan, in Lennestadt, agiert ebenfalls eine Gruppe „Autonomer Nationalisten”. Sie geben sich auf ihrer Homepage militant: Die Startseite „schmückt” ein schwarz Vermummter vor einem brennenden Auto. Um Pfingsten herum wurden auch in Lennestadt massive Schmierereien mit einem Sachschaden von mehreren tausend Euro registriert. Fünf Hausdurchsuchungen in Olpe und Lennestadt waren Mitte Juni die Folge. Beschmiert wurden in Lennestadt auch die gerade erst verlegten „Stolpersteine”, die an das Schicksal ermordeter Juden erinnern. Zufällig ist das nicht.

Zwar sehen „autonome” Neonazis nicht mehr so aus, wie Neonazis vor fünf oder zehn Jahren aussahen. Springerstiefel und Bomberjacken wird man in ihren Kleiderschränken nicht finden, statt dessen Kleidung, wie sie „normale” Jugendliche auch tragen, dazu das schwarze Demo-Outfit. Zwar sind die Zeiten vorbei, als einer der Schmallenberger Neonazis zu „Führers Geburtstag” an einem 20. April mit Hakenkreuzarmbinde durch die Stadt lief.

Die Armbinde ist ab, die alte Ideologie aber immer noch in den Köpfen der Rechts-„Autonomen”. Wenn sie vom „nationalen und sozialistischen Befreiungskampf” träumen, darf man „national und sozialistisch” getrost mit „nationalsozialistisch” übersetzen. Gegen Schwarze hetzten die Schmallenberger Rechts-„Autonomen”: Die Frage sei erlaubt, ob es bei „Negern” nicht eher um „Dressur” statt um „Bildung” gehen müsse.

Auch der antisemitische Ton fehlt nicht: Für die „Aktionsgruppe Ruhr-Lippe” wird das Holocaustmahnmal zum „größten Hundeklo von Berlin”. Und beim Anblick schwarz-rot-goldener Fahnen, die nach Fußball-Erfolgen geschwenkt werden, träumt ein Kamerad aus Unna von Zeiten, „wo anstelle Dieser die Fahne unserer Ahnen wieder wehen wird”. (ao)“

Wir sind sehr erfreut darüber, dass dieses Thema nun immer weiter an die Öffentlichkeit herangetragen wird.

Eine Online Version des Artikels (samt Kommentarfunktion) ist hier zu finden: http://www.derwesten.de/nachrichten/wr/2008/7/4/news-60042694/detail.html

Indymedia

Wir distanzieren uns hiermit von allen Kommentaren bzw. Berichten auf Indymedia, welche mit unserem Namen verfasst bzw. unterzeichnet wurden, die nicht auch hier auf unserem Blog zu finden sind. In diesen Berichten werden Unwahrheiten verbreitet und es handelt es sich um Fakes der „AG-RL“, welche damit wohl versuchen dem Ruf der Gruppen zu schädigen.

Schmallenberger Nazis beim Sprayen erwischt

Am Freitag dem 23.05.2008 erschien der folgende Artikel in der Lippstädter Tageszeitung „Der Patriot“:

„Lippstadt – Sprayer auf frischer Tat ertappt

Am Freitag, um 01:45 Uhr, beobachteten Polizeibeamte in Zivil an der Fleischhauerstraße drei Personen beim Anbringen von Graffitis. Die Beamten beobachteten die drei Personen weiter. Am Klusetor brachten die Täter ein weiteres Graffiti an einem Bushaltestellenhäuschen an. Zusammen mit einem weiteren Streifenwagen sprachen die Beamten die drei Personen an. Diese ergriffen sofort die Flucht. Zwei 20 und 25-jährige Männer aus Schmallenberg konnten von den Beamten eingefangen werden. Der dritte Täter entkam. Einer der Beiden trug einen Teleskopschlagstock mit sich. Die Schmallenberger wurden zur Wache gebracht und nach der Personalienfeststellung und einer Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt. „

Nicht erwähnt wurde in diesem Artikel, dass diese Sprayer eben keine gewöhnlichen „Stadtverschönerer“ waren. Wie aus den hier gezeigten Fotos hervorgeht, stammen diese Sprayer aus dem Umfeld der so genannten „Autonomen Nationalisten“. In diesem Fall von der Aktionsgruppe Ruhr-Lippe. Die AG Ruhr-Lippe versucht die Nachfolge der ehemaligen ANLP ( Autonome Nationalisten Lippstadt ) für den Lippstädter Raum einzunehmen. Im Frühjahr 2008 wurde die Internet-Seite der ANLP von außen lahm gelegt. Vor wenigen Wochen erschienen an einer Wand des Ostendorf Gymnasiums in Lippstadt nationalistische Parolen mit dem Kürzel ANLP.

Des öfteren aufgefallen ist die AG Ruhr-Lippe in der Vergangenheit bereits durch Schmierereien. Am 17.05.2008 kam es im Sauerländischen Schmallenberg zu einer 20 Minuten dauernden Spontandemonstration dieser Nazi-Gruppierung. Von etwa 15 der 30 anwesenden Nazis konnten die Personalien von der Polizei aufgenommen werden und diese mussten unter Begleitung der Polizei das Kreisgebiet verlassen.

Nachdem auch die Sprayer in Lippstadt polizeilich erfasst wurden, dürfte ein Großteil der „Kameraden“ um ihre Anonymität gebracht worden sein.

Auf ihrer Internetseite fragt die AG Ruhr-Lippe: „Sind wir alle kriminell?“. Diese Frage dürften sie bereits selbst beantwortet haben…


Nazischmierereien in Lippstadt

Quelle: roteboerde

Anmerkung: Tja Thomas S. und Jonas S. – das nächste mal solltet ihr wohl besser aufpassen!